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German 9

Grundzüge einer Soziologie des Musikgeschmacks by Andreas Gebesmair

By Andreas Gebesmair

Im Zentrum der Arbeit steht die Frage, inwieweit von sozialen Ungleichheiten auf Geschmacksunterschiede geschlossen werden kann. Die examine stützt sich auf die Arbeiten von Pierre Bourdieu, Gerhard Schulze und US-amerikanische Kultursoziologen. Sowohl Bourdieus Annahmen als auch jene, die der so genannten Individualisierungsthese entspringen, erfahren in der vorliegenden Studie einige Korrekturen und Erweiterungen. Einerseits gewinnt - im Gegensatz zu Pierre Bourdieu - das augenfällig gewordene Merkmal der "sozialen Mobilität" bei der examine von Geschmackunterschieden an Bedeutung. Mobilität eröffnet nicht nur neue Möglichkeiten, kulturelle Vorlieben zu verändern oder zu erweitern, sondern zwingt auch zu größerer Flexibilität im Umgang mit kulturellen Angeboten. Andererseits wird - im Gegensatz etwa zu Gerhard Schulze - dem Geschmack weiterhin eine Bedeutung bei der Reproduktion sozialer Ungleichheiten beigemessen. Die vorliegende Untersuchung läuft auf die paradoxe Feststellung hinaus, dass unter den veränderten gesellschaftlichen Umständen gerade die Überschreitung von Geschmacksgrenzen, additionally ein breiter Geschmack zur Grundlage sozialer Ausgrenzung wird. Am Beispiel musikalischer Vorlieben wird gezeigt, was once eine soziologische examine des Geschmacks leistet und welche methodischen Instrumente zur empirischen Prüfung der Annahmen herangezogen werden können. Der Autor knüpft dabei an Erklärungsansätzen der Musikästhetik und Musikpsychologie an, entwickelt daraus eine sowohl psychologische als auch soziologische Aspekte miteinschließende Definition von Musikgeschmack und versucht die zentralen Thesen über die gesellschaftlichen Bedingungen der Geschmacksbildung am verfügbaren empirischen fabric zu erhärten. Ergänzt werden die Analysen um eine umfassende Darstellung der gegenwärtigen Rezeptionsbedingungen von Musik.

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Je größer der Umfang des Materials ist Ge mehr verschiedene Elemente zur VerfUgung stehen), desto größer ist die Information, wobei damit noch nichts über die "Bedeutung" der Nachricht gesagt ist. In einer Musikkultur - wiederum sehr einfach gesprochen -, in der statt zwölf 24 Töne innerhalb einer Oktave Verwendung fmden und unterschiedliche Klangfarben zu Bedeutungsträgem werden, wird mit einem Musikstück mehr Information übertragen als im System mit zwölf Tönen (zumindest solange andere Gestaltungsparameter wie etwa Mehrstimmigkeit, Harmonie etc.

Je nach dem, auf welche dieser musikalischen Parameter sich beim Hören die Aufmerksamkeit richtet, kann etwas als banal oder aber auch als komplex wahrgenommen werden. Eine Drum'n'Bass-Nummer mag unter dem Blickwinkel der Funktionsharmonik und in Bezug auf thematische Arbeit 6 Konecni (1982) beschäftigte sich darüber hinaus in Anlehnung an die Theorie Berlynes mit der Frage, wie situative Faktoren die musikalischen Präferenzen verändern. B. durch aggressives oder beleidigendes Verhalten anderer in einen hohen Erregungszustand versetzt werden, tendenziell einfache, weniger komplexe Musik auswählen, um somit die Erregung auszubalancieren.

Insofern ist der Begriff "Musikgeschmack", da er neben den Vorlieben auch die Aversionen miteinschließt und mit den Attributen "gut'' bzw. "schlecht'' soziale Wertungen suggeriert, filr unsere soziologischen Zwecke besser geeignet als der in der psychologischen und musikpädagogischen Literatur gebräuchliche Begriff der Präferenz, der als wertfrei und leichter operationalisierbar betrachtet wird (Schulten 1990). Im Begriff "Musikgeschmack" kommt eben der Aspekt 47 der sozialen Zuordnung und Abgrenzung zum Ausdruck, dem vor allem der zweite Teil der Arbeit gewidmet ist.

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